Innovationstempo bei Google und anderen großen Internet-Unternehmen im Vergleich zu Startups

Januar 23, 2011

Robert Scoble hat einen beachtenswerten Artikel zur derzeitigen Innvoationsgeschwindigkeit bei Google geschrieben. Er sprach mit einer Google Führungskraft über das schnell wachsende Projekt Instagram – das manche auch als „Twitter für Fotos“ bezeichnen – und darüber weshalb Google so etwas nicht macht.

Interessant ist jedoch nicht dieser spezifische Einzelfall, sondern die Innovationsprobleme die Robert Scoble sieht und die auf viele große Internet-Unternehmen übertragbar sind:

1. Google kann seine Teams nicht klein genug halten. Es ist ein Mythos zu glauben, dass mit jeder weiteren Person, die zu einem Produktentwickler-Team dazu kommt, das Tempo steigt. Genau das Gegenteil ist der Fall. Mit jeder weiteren Person sinkt das Innovationstempo, da man immer mehr Zeit mit unproduktiven Meetings und interner Abstimmung verbringt.

2. Google kann die Zielsetzung eines Produktes nicht reduzieren, wie das bei Instagram der Fall war. Bei Google muss alles immer ein ganz großer Wurf werden, wohingegen ein Startup nicht unter dieser Anspruchshaltung leidet und auch kleine Etappenziele verfolgen kann.

3. Wenn ein Produkt bei Google erfolgreich wird, wird es mit sehr viel Ressourcen und Personen „versorgt“. Das Problem besteht darin, das viele Mitarbeiter eines großen Unternehmens gerne bei einem bereits erfolgreichen oder erfolgsversprechenden Produkt bzw. Projekt mitwirken möchten. Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass das ursprünglich kleine, qualifizierte und erfolgreiche Kernteam plötzlich massenhaft E-Mails von Personen bearbeiten muss, die plötzlich mitwirken möchten.

4. Google zwingt seine Entwickler eine Infrastruktur zu nutzen, die nicht für kleine Projekte ausgelegt ist. So muss beispielsweise alles für die interne Google Datenbank „Big Table“ ausgelegt sein. MySQL darf z.B. nicht verwendet werden. Dieser Punkt ist aus meiner Sicht einer der Hauptursachen für sinkendes Innovationstempo großer Internet-Unternehmen neben den „strategy taxes“ (siehe Punkt 6).

5. Google Produkte müssen jede Plattform bzw. Umgebung unterstützen. Ein Startup kann sich entscheiden etwas erst einmal nur in dieser oder jener Sprache bzw. Umgebung zu testen.  Wenn es dann vom Nutzer angenommen wird und ausgereift ist, wird es auch für andere Märkte umgesetzt.

6. Googles Entwickler können keine Facebook Integration oder irgendwelche anderen Abhängigskeitsverhältnisse eingehen. Robert Scoble verwendet dafür den Begriff „strategy taxes“, der dies treffend umschreibt und den er schon Microsoft verwendete.

7. Google kann nichts „halböffentlich“ entwickeln: Google kann sich kein unternehmensexternes Feedback von BetaTestern einholen, ohne dass dies sofort von großer öffentlicher Aufmerksamkeit begleitet würde.

8. Google kann nicht die „Lean Startup“ Methoden anwenden, die z.B. Eric Ries propagiert.

Quelle: Scobleizer

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Online Marketing Rockstars & Marketing Trends 2011

Januar 15, 2011

Online Marketing Rockstars heißt die neue Veranstaltung der Hamburg Media School am 11. Februar 2011.  Treibende Kräfte – die sogenannten „Rockstars“ der Branche – berichten und diskutieren über Entwicklungen und Trends im Online-Marketing.

Das ganztägige Programm richtet sich sowohl an Online-Marketing-Profis, die sich Tricks und Kniffe abschauen wollen, als auch an Marketing-Entscheider, die sich überblickend informieren möchten.

Das Programm setzt sich aus Kurzvorträgen und Paneldiskussionen zusammen. Vertreten sind Unternehmen wie Google, Zalando und Scholz & Friends. Zu den Referenten zählt unter anderem SEO-Experte Jochen Maaß von Hanse Ventures. Ron Hillmann von Iven & Hillmann referiert zum Thema Top-Publisher. Wie man Facebook-Nutzer für sich gewinnen kann, erörtert Andreas Bersch von Facebookbiz.

„Facebook-Marketing ist der Meta-Trend des Jahres 2011, um den herum sich viele spannende Mikrotrends entwickeln werden. Es sind längst nicht alle Möglichkeiten und Potenziale rund um das soziale Netzwerk erkennbar“, sagt Prof. Dr. Armin Rott, wissenschaftlicher Leiter der Studiengänge Medienmanagement an der Hamburg Media School. Damit bestätigt Rott die Meinungen anderer Branchen-Experten, die ebenfalls an einen weiteren Vormarsch von Facebook sowohl im User- als auch im Werbemarkt glauben. „Facebook wird Ernst machen mit dem Geldverdienen“, so Christoph Burseg, geschäftsführender Gesellschafter der TRG – The Reach Group GmbH. Und auch für Markus Kellermann, Head of Affiliate Marketing bei der explido WebMarketing GmbH & Co. KG, gehört Werbung auf Facebook & Co zu den Trends in 2011. „Im Affiliate-Marketing werden sich sogenannte Facebook-Micro-Affiliates sicherlich neues Umsatzpotenzial erschließen.“

Multichannel-Tracking integriert auch Offline-Kanäle
Ein weiterer Trend, der in 2011 nicht vernachlässigt werden darf, ist das Multichannel-Tracking. Das Messbarmachen von Marketing-Maßnahmen und die präzise Messung des ROI für Marketing-Spendings aufgeschlüsselt nach Kanälen werde weiter zunehmen, prognostiziert Philipp Westermeyer, Gründer und Geschäftsführer der adyard GmbH: „Besonders fortschrittliche Unternehmen haben Modelle entwickelt, die selbst TV-Werbung für E-Commerce-Angebote konkret berechnen“, weiß Westermeyer. Es sei spannend zu beobachten, wie auch Social Media hier reinpasse.

Behavioral Targeting am Scheideweg
Nach Meinung der Experten wird auch das Thema Targeting 2011 weiter heiß diskutiert. Ziel müsse es sein, nur noch relevante Werbung für den User anzubieten, fordert Stephan Kauf, Leiter Business Development bei kajomi. Ulrich Hegge, Mitbegründer von wunderloop (heute AudienceScience), sieht Targeting sogar am Scheideweg und verweist dabei auf das Thema Datenschutz, das geklärt werden muss: „2011 wird das Jahr des Make or Break für Behavioral Targeting.“

Online- und Mobile-Marketing verschmelzen
Und schließlich bewerten die befragten Experten auch das Thema Mobile als bedeutend für 2011. Sebastian Blatz, Director Performance Marketing bei der active performance GmbH, sagt die „Verschmelzung von Online- und Mobile-Marketing“ voraus. In diesem Zusammenhang erwartet er Neuerungen, die sich durch Location Based Services und Augmented Reality ergeben. Der heutige Entrepreneur und Investor Hegge sieht für Mobile stark steigende Buchungen „bei gleichzeitiger intensiver Suche nach passenden, akzeptierten Formaten für die unterschiedlichen Devices und Nutzungsformen“.

Veranstalter

Die Leitung von „Online Marketing Rockstars“ obliegt Philipp Westermeyer, Absolvent der Hamburg Media School und Mitbegründer des Display-Performance-Dienstleisters adyard, sowie Universitätsprofessor Armin Rott, Leiter der Studiengänge Medienmanagement an der Hamburg Media School. Der DigitalStrategyBlog.com von Markus Caspari ist Partner der Veranstaltung.

Weitere Informationen und Anmeldung

Ort
: Moot Court, Bucerius Law School, Jungiusstraße 6, 20355 Hamburg
Zeit: Freitag, 11. Februar 2011, 9-20 Uhr, ab 20 Uhr Online Marketing Rockstars Party
Kosten: 749 EUR pro Person (inklusive Verpflegung in Seminarpausen und Besuch der Party), Rabatte für Gruppen, Start-ups und Studierende

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