Digital Publishing mit Tablet-PCs: Status quo und Prognosen

November 4, 2011

Tablet-PCs werden laut aktuellen Prognosen von Gartner im Jahr 2011 weltweit mehr als 63 Millionen mal verkauft – eine Steigerung von 261 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist dreimal mehr als viele Schätzungen in 2010 es noch vorhergesagt hatten. Für 2015 werden 326,3 Millionen verkaufte Geräte prognostiziert.

Günstige Tablets wie das Kindle Fire von Amazon werden zusätzliche Dynamik in den Markt bringen.

Bei der Marktdurchdringung in den einzelnen Ländern gibt es enorme Unterschiede. Während die Schweiz in der Tablet-Penetration vorne liegt, werden in Deutschland voraussichtlich kumuliert nur etwa 2,6 Millionen Endgeräte bis Ende 2011 verkauft. Mehr als 70 Prozent aller in 2011 verkauften Tablets stammen von Apple.

Diese hohe Konzentration bringt für die Medienbranche nicht ausschließlich nur Nachteile mit sich. Auf diese Weise kann sich ein Mikrosystem entwickeln, das groß genug ist, um Anreize für weitere Investitionen zu schaffen.

Während einer Panel-Veranstaltung auf den Medientagen München 2011, die unter dem Motto „Erfolg und Ernüchterung im Jahr 2 nach iPad“ stand, diskutierte die Unternehmensberatung Oliver Wyman mit Branchenvertretern die Voraussetzungen für erfolgreiche Strategien.

Der Schwenk von kostenlosen werbefinanzierten Webseiten hin zu bezahlten digitalen Apps, dürfte für viele Medienunternehmen essentiell sein.

Das bestätigt auch Thomas Henkel, Executive Vice President und Leiter Unternehmensentwicklung, Strategie & Diversifikation bei Gruner + Jahr in Hamburg: „Wir haben keine Alternative. Wir müssen investieren und kooperieren, denn wir agieren in einem strukturell rückläufigen Markt.“

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Neben den schrumpfenden Auflagen im Printgeschäft kämpfen die meisten Medienunternehmen um Erfolge in der Monetarisierung der digitalen Publikationen.

Obgleich laut einer aktuellen iPad-Nutzungsstudie des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) 67,5 Prozent der deutschen iPad-Besitzer Zeitschriften auf ihrem Tablet lesen, spiegelt sich das nicht in den Zahlen der Verlagshäuser wider.

Der Axel Springer Verlag, der mit „Bild“ regelmäßig die Top-Position der umsatzstärksten iPad-Apps belegt, verkaufte im Juli 2011 nur etwa 17.500 Apps pro Ausgabe. Für Georg Konjovic, Director Premium Content bei Axel Springer in Berlin, sind das trotzdem ermutigende Zeichen: „Bei Axel Springer ist keine Ernüchterung bezüglich der Apps festzustellen: Wir befinden uns gerade am Anfang einer nachhaltigen, veränderten Mediennutzung. Das Wachstum wird in den nächsten Jahren alle bisherigen Produktinnovationen in den Schatten stellen. Zusammen mit der vorhandenen hohen Zahlbereitschaft der Kunden ist das eine positive Entwicklung.“

Um an dieser positiven Entwicklung zu partizipieren, müssen deutsche Verlage allerdings ihre internen Prozesse optimieren und technologische Voraussetzungen schaffen.

Zusätzlich zur Marktdurchdringung von Tablets gibt es aus Sicht von Oliver Wyman weitere vier Kerntreiber, die die Nachfrage nach digitalen Zeitschriften fördern: Preisgestaltung, Qualität, App-Auswahl und die Nutzung viraler Elemente.

Preisgestaltung

Um Printprodukte nicht zu kannibalisieren, ist auch bei digitalen Ausgaben ein printähnlicher Preis zu empfehlen. Der Preis lässt sich insbesondere über Testangebote, Bundles mit Print sowie über Abomodelle nachfragesteigernd optimieren.

Viele Medienunternehmen führen derzeit Preisexperimente durch. Wichtig für den Verkaufsprozess sind zudem transparente Geschäftsbedingungen, keine versteckten Gebühren oder Mindestlaufzeiten für Abonnements. Sensibel sollten Verlage auch mit kostenlosen Aktionen umgehen, um nicht die Zahlungsbereitschaft der Kunden zu riskieren.

Qualität

Dass das Geschäft mit den Zeitschriften-Apps bisher noch wenig erfolgreich ist, liegt auch an der Qualität der Applikationen, wie z.B. wenig intuitive Benutzeroberflächen, kaum Multimediaeinsatz und zu geringe inhaltliche Abgrenzung von den Online-Inhalten. Aus Käufersicht führte das zu einem schlechten Preis-Leistungs-Verhältnis.

App-Auswahl

Nur rund zehn Prozent der 200 umsatzstärksten Apps in Deutschland sind von Medienunternehmen. Durch Stöbern im App-Shop lassen sich die Titel nur sehr schwer finden. Nur die namentliche Suche führt letztendlich zum Wunschtitel. Selbst übergreifende App-Kiosk-Initiativen vermarkten nur einen Bruchteil der am Kiosk üblicherweise verfügbaren Titel.

Nutzung viraler Elemente

Derzeit werden Like- und Empfehlungsfunktionen kaum genutzt. Eine der Ausnahmen ist Flipboard mit seiner Integration von Facebook und Twitter. Nach Einschätzung von Oliver Wyman werden alleine bei Flipboard mehr als vier Millionen Artikel über Social-Media-Kanäle empfohlen

Quelle: Oliver Wyman

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Digitale Geschäftsmodelle von Medienunternehmen – Studie von Booz & Company

April 19, 2010

Digitale Geschäftsmodelle von Medienunternehmen sind das Thema einer aktuellen Studie von Booz & Company

Die Studie basiert auf mehr als 50 Interviews von Senior Executives mit unterschiedlichen Positionen im Medienbusiness und einer Online-Umfrage. An der Online-Umfrage haben 67 Unternehmen teilgenommen:  36% aus TV und Digital Media, 26% Print, 21% B2B Medien, 17% Integrierte Medienunternehmen. Aus Nordamerika  kamen 53% und aus Westeuropa kamen 30% der Antworten. Die meisten Medienunternehmen sehen sich gut gerüstet, um sich selbst für das digitale Zeitalter neu zu erfinden.

Die Studie zeigt, das die meisten Medienmanager die neuen Realitäten des digitalen Umfelds verstanden haben:

  • 57% stimmen zu, das die Veränderungen der Medienindustrie die Ursache für Probleme sind und nicht das Wirtschaftsklima.
  • 70% geben der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle höchste strategische Priorität, d.h der Umsatzsteigerung durch digitale Innovationen.
  • Für 52% der Führungskräfte haben Investitionen in digitale Geschäftsmodelle höchste Priorität.
  • Für 2015 wird erwartet, das der Anteil der Online-Umsätze von heute 19% auf dann 36% steigt.
  • Es wächst die Erkenntnis, das neues Personal und neue Fähigkeiten von entscheidender Bedeutung für den Erfolg sind.

Dennoch kämpft die Medienwirtschaft immer noch mit analogen Betriebskulturen:

  • Für 90% der Medienmanager sind Innovation und Unflexibilität die größten Herausfoderungen bei der Monetarizierung ihrer digitalen Bemühungen.
  • Fast alle Studienteilnehmer müssen nach signifikaten Kosteneinsparungen suchen, um Kapital für Zukunftsinvestitionne zu generieren. Dazu gehören unter anderem Portfolio-Bereinigungen, Outsourcing, Off-Shoring, Prozessinnovation und verbesserter Einkauf.
  • Internationalisierungsbemühungen werden derzeit zugunsten der Entwicklung von digitalem Business zurückgefahren.

Medienunternehmen überdenken ihre Wertschöpfungsketten. Medienmanager bezeichnen die Stärke und Einzigartikeit ihrer Inhalte als ihren wichtigsten Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig waren die Redaktionen eines der größten Ziel von Kosteneinsparungen. Display-Werbung wird nach Angaben der Befragten sinken und der Umsatzanteil wird von heute mehr als 50% auf nur noch 29% im Jahr 2015 sinken.

Die Konsequenzen für Medienunternehmen bestehen also darin, das die Innovation ihrer Geschäftsmodelle zentrale Priorität haben muss. Genau das ist jedoch keine Kernkompetenz von Medienunternehmen. Ebenso müssen Personalentwicklung  ausgebaut und nachhaltige Entwicklungsprozesse für Online-Business implementiert werden.

Quelle & Download der Studie: Booz & Company

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Handlungsoptionen für Medienunternehmen

Januar 2, 2010

Traditionelle Medienunternehmen haben vielfältige Herausforderungen im neuen Jahr zu stemmen. Das beginnt zunächst beim Selbstverständis. Sie sollten sich künftig als Multimedia-Unternehmen definieren und – soweit realisierbar – eine Start Up-Kultur etablieren. Derzeit sind drei wesentliche strategische Optionen zu erkennen, die sich dann in zahlreiche taktische Maßnahmen herunterbrechen lassen.

1. Technologie-Partnerschaften
Da viele Medienunternehmen eklatante Defizite bei der Technologie-Kompetenz haben, liegen Joint Ventures mit Telekommunikations-, Internet- und IT-Unternehmen auf der Hand. Ebenso sind Akquisitionen geeignet, um sehr viel schneller Technologie-Kompetenzen aufzubauen. Durch eine erfolgreichen Integration von Internetdienstleistern und Softwareunternehmen können im Idealfall bestehende, verkrustete Strukturen schneller aufgebrochen werden und dabei wie ein Beschleuniger für das notwendige Change Management im gesamten Unternehmen wirken.

2. Diversifizierung
Erfolgsversprechend ist hier die Markendehnung von starken Medien-Brands in andere Segmente, z.B. in die Bereiche E-Commerce, Marketing Services, Marktforschung, Corporate Publishing. Die Diversifizierungsklassiker Bücher & Musik sind ebenfalls wichtig.

3. Cost Reduction
Kostenreduzierungen sind unpopulär und nicht innovativ.  Sie sind jedoch notwendig, um sich noch möglichst lange  Handlungsspielräume offen zu halten. Sparen alleine ist jedoch keine Zukunftsperspektive und daher ist diese Option nur in Verbindung mit den beiden anderen strategischen Alternativen sinnvoll, d.h. Kostenreduktion bei gleichzeitiger Investition in die Zukunft – andernfalls wird Sparen sonst schnell zum Kostenfaktor.

Grundsätzlich gilt: Bislang hat noch keines der traditionellen Medienunternehmen den Königsweg gefunden und „die eine Lösung“ wird es auch nicht geben. Es ist vielmehr ein Mix aus verschiedenen Strategien ohne Tabus, d.h. auch heilige Kühe müssen angetastet werden dürfen. Insbesondere die Medienkonvergenz muss bei allen Strategien im Fokus bleiben, zumal die Unterscheidung zwischen Medien- und Telekommunikationsunternehmen schon lange nicht mehr trennscharf ist. Die angekündigte strategische Neuausrichtung der Deutschen Telekom unterstreicht diese Entwicklung eindrucksvoll.

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Digital Innovators Summit 2010

Dezember 12, 2009

Digital Innovators Summit von FIPP, VDZ und emediaSF: Über 30 internationale Experten werden am 1. und 2. März 2010 in Berlin erfolgreiche Digitalisierungsstrategien für Verlage und Erfolgsrezepte jenseits der Display-Werbung vermitteln.

Referenten sind zum Beispiel anerkannte Experten wie Carolyn McCall, CEO Guardian Media Group, und Bob Carrigan, CEO IDG Communications, der vom angesehenen US-amerikanischen Magazin „BtoB Media Business“ als „Top Innovator for 2009“ ausgezeichnet wurde.

Der Kongress richtet sich an alle Publikums- und Fachverlage, da Wachstumsfelder vor allem im digitalen Geschäft liegen. Signifikante Potenziale gibt es neben der Online-Werbung vor allem im E-Commerce und bei digitalen Dienstleistungen, aber auch bei Paid Content. In diese Richtung weisen auch die Pläne der Medienunternehmen, die die Digitalumsätze in den nächsten Jahren erheblich steigern wollen, um die Rückgänge im traditionellen Geschäft aufzufangen.

Stichworte zum Programm:

  • Erfolgreiche Digitalisierungsstrategien für Verlage mit Fallstudien von internationalen Verlegern mit diversifizierten Geschäftsmodellen und Paid-Content und -Services
  • Erfolgsrezepte jenseits von Online Display-Werbung und neue Möglichkeiten der digitalen Monetarisierung durch innovative Tools, Services und neue digitale Endgeräte
  • Erwartungen von Agenturen und Werbungtreibenden an Verlage als Werbeträger und ihr Leistungsspektrum
  • Diskussion mit innovativen Unternehmen aus dem In- und Ausland über ihre Erfolgsmodelle für Verlage

Das Ziel der Veranstaltung ist konkrete Beispiele vorzustellen und die Teilnehmer zu eigenen Lösungen zu inspirieren. Der Digital Innovators Summit findet  in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom statt und richtet sich vor allem an Verleger, Geschäftsführer und Manager deutscher und internationaler Medienhäuser. Es werden 250 bis 300 Teilnehmer aus aller Welt erwartet.

Das ausführliche Programm, alle bisher bestätigten Sprecher, weitere Informationen und die Anmeldung für Teilnehmer stehen auf www.innovators-summit.com.

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