Klassische Medienmarken: Nachholbedarf im Web

April 20, 2010

OC&C Strategy Consultants veröffentlichte bereits Ende 2009 die Studie „Offline versus Online“, in der etablierte Marken privater Verlage und Fernsehsender analysiert wurden. Je höher dabei die Online-Reichweite einer Print- oder TV-Marke im Vergleich zur Offline-Reichweite ist, desto besser ist die Transformation ins Internet gelungen. 

Viele Printmarken und Verlagshäuser tun sich mit der Transformation ihrer traditionellen Medienmarken ins Netz aber immer noch schwer. Dabei mangelt es vielfach sowohl an einer konsequenten Strategie als auch an der operativen Exzellenz in der Umsetzung. 

So sind auch die meisten „Print-Champions“ online schwächer als offline. Von den zehn reichweitenstärksten Print-Titeln erzielt einzig das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ mit einem Online-Anteil von 48 Prozent fast ein Gleichgewicht zwischen Off- und Online-Reichweite. Etwas abgeschlagen folgt Focus mit einem Online-Anteil von 40 Prozent.  Die Bild-Zeitung erhöht ihre Online-Reichweite auf 32 Prozent.

Im Vergleich der thematischen Segmente gibt es drei klare Gewinner: Bei Wirtschaftsmedien und Zeitungen kommen die Online-Reichweiten mit 46 Prozent bzw. 45 Prozent den klassischen Print-Pendants schon sehr nahe. Die Computer-Angebote erreichen bereits heute mehr Menschen online als über Print-Produkte. Der durchschnittliche Anteil der Online-Reichweite an der „Gesamtreichweite“ liegt hier 2009 bei 60 Prozent – kein anderes Segment ist online stärker.

Zu den Verlierern der Transformationsanalyse gehören neben Ratgeber-Angeboten mit einem Online-Anteil von 18 Prozent insbesondere die Segmente Women & People, TV-Zeitschriften sowie die klassischen Jugendtitel.

Den geringsten Online-Anteil aller untersuchten Segmente weisen die Titel aus dem Sektor Women & People aus. Freundin, Glamour, Vogue und Co. ziehen durchschnittlich nur 9 Prozent ihrer Leser ins Internet. Und selbst der Online-Anteil von Gala, dem erfolgreichsten Medium im Feld, ist mit 19 Prozent bescheiden. Die drei stärksten Player in diesem Segment sind reine Webangebote. goFeminin.de, fem.de und glam.de haben jeweils mindestens doppelt so viele Online-User wie die erfolgreichste klassische Print-Marke Brigitte.

Axel Springer und Burda sind mit Blick auf die Online-Transformation unter den Verlagen die Erfolgreichsten. Der Online-Anteil an der „Gesamtreichweite“ der traditionellen Marken liegt bei beiden Verlagshäusern bei rund einem Drittel. Die positive Entwicklung bei Springer geht insbesondere auf das Konto von Bild.de. Die Seite hat im vergangenen Jahr 1,2 Millionen User hinzugewonnen. Bei Burda tragen CHIP mit insgesamt 7,3 Mio. Lesern (81% Online- Anteil) sowie Focus mit 8,9 Mio. Lesern (40% Online-Anteil) wesentlich zum guten Ergebnis bei.

Der Online-Ausbau der TV-Marken läuft insgesamt schleppend. ProSieben gelingt die Transformation ins Internet mit einem Online-Anteil von gut einem Viertel der insgesamt 22,7 Millionen Zuschauer noch am besten. RTL kann trotz größter „Gesamtreichweite“ nicht mithalten: Zwar wächst der Online-Anteil leicht um 0,1 Prozent im Vergleich zu 2008, doch insgesamt erreicht RTL nur 21 Prozent seiner 30,8 Millionen Nutzer online.  SAT1 kommt bei insgesamt 22,4 Millionen Nutzern auf einen Online-Anteil von 9 Prozent während VOX, Kabel 1 und RTL II maximal 5 Prozent der Nutzer online erreichen.

Laut Andreas von Buchwaldt von OC&C Strategy Consultants sind die Transformation bestehender Marken und deren Monetarisierung wichtige Bausteine für den Erfolg. Für die Herausforderungen der Zukunft sind Verlage und TV-Sender aber nur dann gerüstet, wenn sie auch in neue Marken investieren und innovative Geschäftsmodelle wie performance-orientiertes Werbegeschäft, E-Commerce oder Paid Content-und-Service Modelle etablieren.

Quelle & Link zur Studie: OC&C Strategy Consultants

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Digitale Geschäftsmodelle von Medienunternehmen – Studie von Booz & Company

April 19, 2010

Digitale Geschäftsmodelle von Medienunternehmen sind das Thema einer aktuellen Studie von Booz & Company

Die Studie basiert auf mehr als 50 Interviews von Senior Executives mit unterschiedlichen Positionen im Medienbusiness und einer Online-Umfrage. An der Online-Umfrage haben 67 Unternehmen teilgenommen:  36% aus TV und Digital Media, 26% Print, 21% B2B Medien, 17% Integrierte Medienunternehmen. Aus Nordamerika  kamen 53% und aus Westeuropa kamen 30% der Antworten. Die meisten Medienunternehmen sehen sich gut gerüstet, um sich selbst für das digitale Zeitalter neu zu erfinden.

Die Studie zeigt, das die meisten Medienmanager die neuen Realitäten des digitalen Umfelds verstanden haben:

  • 57% stimmen zu, das die Veränderungen der Medienindustrie die Ursache für Probleme sind und nicht das Wirtschaftsklima.
  • 70% geben der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle höchste strategische Priorität, d.h der Umsatzsteigerung durch digitale Innovationen.
  • Für 52% der Führungskräfte haben Investitionen in digitale Geschäftsmodelle höchste Priorität.
  • Für 2015 wird erwartet, das der Anteil der Online-Umsätze von heute 19% auf dann 36% steigt.
  • Es wächst die Erkenntnis, das neues Personal und neue Fähigkeiten von entscheidender Bedeutung für den Erfolg sind.

Dennoch kämpft die Medienwirtschaft immer noch mit analogen Betriebskulturen:

  • Für 90% der Medienmanager sind Innovation und Unflexibilität die größten Herausfoderungen bei der Monetarizierung ihrer digitalen Bemühungen.
  • Fast alle Studienteilnehmer müssen nach signifikaten Kosteneinsparungen suchen, um Kapital für Zukunftsinvestitionne zu generieren. Dazu gehören unter anderem Portfolio-Bereinigungen, Outsourcing, Off-Shoring, Prozessinnovation und verbesserter Einkauf.
  • Internationalisierungsbemühungen werden derzeit zugunsten der Entwicklung von digitalem Business zurückgefahren.

Medienunternehmen überdenken ihre Wertschöpfungsketten. Medienmanager bezeichnen die Stärke und Einzigartikeit ihrer Inhalte als ihren wichtigsten Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig waren die Redaktionen eines der größten Ziel von Kosteneinsparungen. Display-Werbung wird nach Angaben der Befragten sinken und der Umsatzanteil wird von heute mehr als 50% auf nur noch 29% im Jahr 2015 sinken.

Die Konsequenzen für Medienunternehmen bestehen also darin, das die Innovation ihrer Geschäftsmodelle zentrale Priorität haben muss. Genau das ist jedoch keine Kernkompetenz von Medienunternehmen. Ebenso müssen Personalentwicklung  ausgebaut und nachhaltige Entwicklungsprozesse für Online-Business implementiert werden.

Quelle & Download der Studie: Booz & Company

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Marktübersicht Elektronische Lesegeräte: Geschäftsmodelle und Technologien

April 19, 2010

Die Unternehmensberater von Kirchner + Robrecht management consultants zeigen Alternativen zum iPad auf und haben eine „Marktübersicht Elektronische Lesegeräte: Geschäftsmodelle und Technologien“ veröffentlicht.

In der sehr guten und umfangreichen Analyse werden auf 131 Seiten ingesamt 67 E-Reader und 32 Tablets im Detail vorgestellt. Die Daten über E-Reader und Tablets basieren i.d.R. auf Herstellerangaben. Bevor jedoch die E-Reader und Tablets im Einzelnen verglichen werden, gehen Kirchner + Robrecht auf die technische Entwicklung elektronischer Lesegeräte im Allgemeinen ein, wie z.B. Positionierung und Merkmale von E-Reader versus Positionierung und Merkmale von Tablets (Slate, UMPC, Convertible, Ruggedized).

Beispielsweise besteht bei vielen Verbrauchern eine hohe Kaufbereitschaft für E-Reader, allerdings sind die Preise derzeit noch für viele zu hoch. Das Preisniveau für E-Reader liegt in Deutschland zwischen 190 und 650 EUR, zwei Drittel der Konsumenten möchten jedoch nur 200 EUR dafür bezahlen. Wertvoll sind auch Zahlen zur Zahlungsbereitschaft von E-Books.

Außerdem werden Geschäftsmodelle und Herausforderungen beleuchtet, die sich durch die dynamische Entwicklung der E-Reader und Tablets ergeben. 

Bei den Geschäftsmodellen wird zwischen B2C und B2B differenziert und speziell im B2C-Markt werden Produktkonzepte internationaler Medienkonzerne vorgestellt. Bei den Herausforderungen für Verlage werden unter anderem die Entwicklung von Online-Marketing Know-how als wesentliche Kernkompentenz im Unternehmen genannt. Weitere zentrale Herausforderungen für Medienunternehmen sind die Entwicklung einer innovationsfreudigen Unternehmenskultur und das Recruiting von Talenten die in digitalen Welten vernetzt denken können – damit verbunden ist die Personalentwicklung zum Ausbau der Kernkompetenzen.

Quelle: Kirchner + Robrecht management consultants

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Paid Content Expertenforum

April 13, 2010
Paid Content ist bei Medienunternehmen derzeit ein wesentlicher Pfeilfer bei der Entwicklung eigener neuer Geschäftsmodelle. Nach einer internationalen Nielsen-Studie ist ein Drittel von 27.000 Befragten bereit für den Zugang zu „Printangeboten im Web“ (was auch immer man darunter subsummieren soll) zu zahlen. Der Webmonitor von BITKOM und Forsa hat dagegen ergeben, dass nur 16 Prozent der deutschen Internetnutzer grundsätzlich bereit sind, für Online-Artikel zu zahlen. 
 
Die Nutzung dieses Paid Content Potenzials ist Thema des Expertenforums „All Around Paid Content & Paid Services“ der VDZ Zeitschriften Akademie am 1. Juni 2010 in Hamburg.
 
Folgende Medienexperten werden über die Chancen und Möglichkeiten von Paid Content/Services sprechen und die Zukunftstrends von Bezahlinhalten für die Verlagsbranche aufzeigen:
Dr. Bastian Schwithal, Leiter Expertenforen, VDZ Zeitschriften Akademie
François Bonnet, Chief Editor & Cofounder, Mediapart.fr
Felix Nickl, Managing Director, Greenwich Consulting Deutschland
Annette Ehrhardt, Director, Simon-Kucher & Partners
Vernon von Klitzing, Publishing Director, Playboy Germany
Dr. Bernhard Mischke, Leiter Digitale Vermarktung, DPV Gruner + Jahr
Harald Eisenächer, Mitglied des Segmentvorstands Personal & Social Networking, Deutsche Telekom
Susanne Fittkau, Gesellschafterin, Fittkau & Maaß Consulting
Dr. Ulrich Schmitz, CTO Geschäftsführungsbereich Elektronische Medien, Axel Springer
Ulrich Hegge, Geschäftsführer Media Innovation Lab, Hubert Burda Media
Markus Peuler, CFO & Geschäftsführer, Fox Mobile Group
Dirk Kraus, CEO, YOC
Helmut Hoffer von Ankershoffen, CEO und Gründer, neofonie
Michael Geffken (Moderation), Leiter Journalistenfortbildung, VDZ Zeitschriften Akademie
Yves de Kerdrel, Chief Editor & Founder, WanSquare
Andreas Gebauer, Chefredakteur, test.de
Helmut Hoffer von Ankershoffen, CEO und Gründer, neofonie

Anmeldung und weitere Informationen zum Paid Content Expertenforum

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