Telekommunikations- und Medienunternehmen auf dem Prüfstand

November 14, 2009

Telekommunikations- und Medienunternehmen auf dem Prüfstand war die Unterzeile des Panels „Bist Du nur populär oder verdienst du schon“, das am 29.10.2009 während der Medientage München statt fand.  Das Panel wurde von Oliver Wyman ausgerichtet.

Dr. Ulrich Schmitz, Medientage München 2009

Einführung:
Daniel Milleg, Partner Oliver Wyman, München

Podiumsdiskussion:
Dr. Rainer Deutschmann, Senior Vice President Mobile Products, Products & Innovation, Deutsche Telekom, Bonn
Dr. Martin Enderle, CEO Scout24, München
Sönke Martens, Director Corporate Development, XING, Hamburg
Dr. Ulrich Schmitz, Leiter New Business/Technology, Elektronische Medien, Axel Springer, Berlin
Konstantin Urban, Managing Director Holtzbrinck Ventures, München

Moderation:
Michael Geffken, Autor & Leiter Journalistenfortbildung, VDZ Zeitschriftenakademie, Potsdam

Zentrale Punkte:
Daniel Milleg von Oliver Wyman zeigte in seiner sehr guten Präsentation und gelungen Einführung unter anderem Stärken und Herausforderungen von Telekommunikationsanbietern, Medienhäusern, Endgeräteherstellern und Sozialen Netzwerken & Online Portalen.

Die Herausforderung bei Telekommunikationabietern bestehe beispielsweise in effizienter Kundenbindung. Die bisherige Kundenbasis der Telekommunikationsunternehmen könne jedoch schon gut monetarisiert werden. Die Medienhäuser haben mit sinkendem Print- und Anzeigengeschäft zu kämpfen, haben jedoch den Vorteil, das sie Kundenzugang und exklusive Inhalte besitzen. Das Problem der Endgerätehersteller sei, das viele Geräte austauschbar sind. Die Sozialen Netzwerke & Online Portale sind zwar populär, sie haben jedoch oft erhebliche Herausforderungen bei der Monetarisierung.

Für die nachfolgende Podiumsdiskussion sah Daniel Milleg drei entscheidende Fragebereiche:

1. Szenarien für die Popularitätsentwicklung
2. Hebel für die Generierung von Umsätzen durch Popularität
3. Potential innerhalb der Wertschöpfungskette für weitere Player

Kooperationen und Partnerschaften halten die meisten Beteiligten für wichtig,u.a. auch Dr. Rainer Deutschmann. Eine wichtige Ausnahme ist Konstantin Urban, er hält dieses Thema für nicht ganz so wichtig.

Dr. Martin Enderle  erläuterte das der Wert eines Netzwerkes mit jedem weiteren Mitglied steigt. Der Fachbegriff dafür lautet übrigens „Netzwerteffekt„, eine in der Betriebswirtschaft  bekannte und gut analysierte Erkenntnis.

Dr. Ulrich Schmitz ist der Meinung es nie leichter war als heute ein StartUp zu gründen – dank Facebook & Co.

Sönke Martens erläuterte zum Panel-Thema „Bist du nur populär oder verdienst du schon“, das XING schon Geld verdient habe bevor man populär war – man habe bereits sehr früh positiven Cash-flow gehabt. Kooperationen stiften seines Erachtens dann Sinn, wenn dadurch ein User-Benefit geschafften wird. Zudem hält er die Triebkraft Ego in Social Networks für sehr wichtig.

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Paid Content: Wunsch oder Wirklichkeit?

November 1, 2009

Paid Content: Wunsch oder Wirklichkeit? So lautete ein spannendes Internet-Panel während der Medientage München am 29.10.2009.

Einführung:
Christian Koepe, Vertriebsleiter Medienlösungen Deutschland, Siemens, München

Podiumsdiskussion:
Michael Brehm, Gründer studiVZ, Berlin
Dr. Holger Feist, Director Business Development, Hubert Burda Media, München
Harald Greiner, Director Business Development Media, Siemens, München
Markus Härtenstein, Leiter Product Management & Programming, maxdome, ProSiebenSat.1 Group, Unterföhring
Stephan Roppel, Leiter Unternehmensentwicklung Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Geschäftsführer Holtzbrinck Digital, München

Moderation:
Prof. Dr. Dr. Claudius Schikora, Professor für Medienmanagement, Vertrieb und Marketing, Fachhochschule für angewandtes Management, Erding

Zentrale Punkte der Podiumsdiskussion:
Michael Brehm vertrat während der Diskussion den Standpunkt, dass Paid Content eine große Zukunft hat. Seines Erachtens wird Paid Content aber in anderen Bereichen realisiert werden, als in den Bereichen für die das meistens diskutiert werde, d.h. nicht bei den Online-Ablegern von Zeitungen.
Er nannte als erfolgsversprechendes Stichwort sogenannten „User generated Paid Content.“ Er geht auch darauf ein, weshalb die meisten Online-Startups immer noch in den USA gegründet werden. Eine Ursache dafür sieht er darin, dass es dort immer noch mehr Risikokapital gibt und es dadurch schlicht und einfach höhere Chancen gibt, Treffer zu landen. Die weitere Erklärung ist ebenso einfach: der Markt ist größer, dadurch wird schneller eine kritische Größe erreicht, die für viele Online-Geschäftsmodelle notwendig ist.
In Deutschland werde zudem oft nach Vorbildern gefragt, bevor etwas umgesetzt würde. Gibt es kein Vorbild, gibt es auch oft keine Unterstützung oder kein Venture Capital. Manchmal ist es besonders kurios, wie bei dem Beispiel Qype, das Michael Brehm nannte: Erst nachdem Qype von einem Unternehmen aus den USA kopiert wurde, stellte sich demnach die Unterstützung und damit der Erfolg hier in Deutschland ein. Die „Copycat“ lief hier also einmal in die andere Richtung.

Harald Greiner ist der Meinung das Paid Content inbesondere im Bereich sehr spezieller Zielgruppen funktioniert, z.B. im B2B-Bereich.
Anmerkung Markus Caspari: Vermutlich meint er hier Business Information Geschäftsmodelle, siehe auch Blogeintrag zum Thema Business Information und den Ambitionen von Dr. Bernd Buchholz auf BusinessMediaBlog.com. Oder Harald Greiner bezieht das weniger auf B2B, sondern vielmehr auf das Thema Science.

Christian Koepe hält Micro-Payments für eine notwendige Voraussetzung für Paid Content im News-Bereich.  Bei der Abrechnung von Paid Content über Telekommunikationsprovider sieht er die Gefahr, das diese sich der Inhalte bemächtigen.

Stephan Roppel hält die Einfachheit der Abrechnung von Paid Content für zentral.

Dr. Holger Feist ist der Meinung, das das oft andiskutierte Spendenmodell des Journalismus nicht funktionieren wird – erst Recht nicht in Deutschland, da hier eine andere Spendenbereitschaft vorherrscht als in den USA, wo der Charity-Gedanke ohnehin weit verbreitet ist. Er definiert während der Diskussion die Voraussetzungen für „Killer-Content“ und greift dazu eine Formulierung von Peter Kerckhoff auf: „3S“ -Spielfilme, Sport & Sex. Stephan Roppel ergänzt um ein viertes „S“, nämlich „Science“.  Michael Brehm baut das ganze mit „Spielen“ + „Shoppen“ aus. Ein Zuschauer nannte dann schließlich noch „Schule“ und meinte damit Lerninhalte  und damit das siebte „S“.

Die „7S-Regel für Paid Content“ lautet demnach: Spielfilme, Sport, Sex, Science, Spiele, Shoppen und Schule. Das sind Inhalte die sehr gut „funktionieren“ und somit Paid Content ermöglichen können.

Quelle: Paid Content: Wunsch oder Wirklichkeit, Medientage München, Panel 4.4, Raum 14c, 1. OG, 29.10.2009, 14:00 bis 15:30 Uhr

Persönliche Anmerkungen:
Markus Caspari: Die Erfolgsvoraussetzungen für Paid Content habe ich bereits im Juni 2008 definiert – siehe Blogeintrag. Das gleiche gilt für Paid Content im B2B-Bereich (Eintrag vom Juli 2009).

Zu den Stichworten „User generated Paid Content“ und „spezielle Zielgruppen“ möchte ich folgendes anmerken:  Bereits seit deutlich mehr als einem halben Jahrzehnt praktiziert das B2B Internet-Unternehmen Emporis (bei dem ich u.a. auch Teil des operativen Unternehmerteams war) unter anderem auch „User generated Paid Content“ im B2B-Umfeld. Zu den Zielgruppen gehören inbesondere Fachleute und -unternehmen aus der internationalen Bau- und Immobilienbranche, d.h. hier handelt es sich unter anderem um eine Verbindung der Vorteile von „Business Information“ mit den Vorteilen von „Web 2.o“.

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Augmented Reality: Enormes Potential für Paid Content Geschäftsmodelle

Oktober 25, 2009

Augmented Reality wird die Medienwelt nachhaltig verändern. Augmented Reality eröffnet zahlreiche Paid Content Geschäftsmodelle, an die vor einigen Jahren noch niemand gedacht hat. Gerade durch die Verbindung mit dem Mobiltelefon, bei dem die Nutzer erfahrungsgemäß ohnehin eine deutlich höhere Zahlungsbereitschaft für konkrete Mehrwerte aufweisen als bei „herkömmlichen“ Internetapplikationen, eröffnen sich dadurch in meinen Augen gerade  für viele Medienunternehmen in den B2C-Märkten grandiose Möglichkeiten zur Schaffung neuer Geschäftsmodelle und zur Umsatzgenerierung.

Ich habe ganz konkrete Ideen (die ich hier nicht öffentlich im Detail verbreiten werde) wie insbesondere Consumer Medien neue, skalierbare Geschäftsmodelle auf Basis von Augmented Reality aufsetzen könnten. Natürlich gibt es auch im B2B-Bereich mögliche Ansätze. Für die meisten Medieninhalte besteht seitens der Nutzer keine oder nur eine geringe Zahlungsbereitschaft. Denn durch das Internet sind die meisten Inhalte ubiquitär und oft durch kostenfreie Inhalte substituierbar.

Durch die konkrete „just in time“ Anwendung in Verbindung mit Augmented Reality können bestimmte Medieninhalte aber einen erheblichen Mehrwert für den einzelnen Anwender darstellen. Denn jeder weiß, dass in einem anderen Umfeld ein und die gleiche Ware plötzlich deutlich mehr Wert sein kann.  Beispiel: Für ein Bier im Restaurant ist man bereit ein Vielfaches des eigentliches Wertes zu bezahlen. Im Supermarkt wäre die Zahlungsbereitschaft für das gleiche Bier deutlich geringer. Menschen zahlen für ein und das gleiche Produkt in unterschiedlichen Situationen sehr unterschiedliche Preise – das ist jedem BWLer bekannt. Diesen Umstand können sich Medienunternehmen mit Hilfe von Augmented Reality Applications nutzbar machen, um bestehende und künftige Inhalte besser zu monetarisieren.

Nachfolgend drei examplarische Videos, die das gewaltige Potential von Augmented Reality verdeutlichen und die mich unglaublich beeindruckt haben, als ich sie das erste mal angesehen habe.

Video über eine Application auf Basis von Augmented Reality und wie der Alltag dadurch beinflusst werden könnte:

Video von Layar das ein mögliches Anwendungsbeispiel für den Immobilienmarkt zeigt:

Video von TAT zum Social & Business Networking:

Weiterführende Informationen im Spezialblog zu Augmented Reality.

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Mediennutzung in der Webgesellschaft 2018 – eine Trendstudie

September 27, 2009

Mediennutzung in der Webgesellschaft 2018 lautet die Trendstudie von Prof. Dr. Lothar Rolke und Johanna Höhn von der FH Mainz – University of Applied Sciences. Die Autoren vergleichen unter anderem das Medienverhalten von 15- bis 19jährigen (Schüler), 20- bis 25jährigen (Studenten) und der 35- bis 50jährigen Erwachsenen.

Demnach verlieren Tageszeitungen bis 2018 ca. 30% ihrer Leserschaft. Interessante Unterschiede gibt es bei den drei Altersklassen insbesondere bei den Social Web Angeboten. Studenten nutzen überproportional Social Communities (30%) und die 15- bis 19jährigen nutzen stärker Foto- und Video-Tauschbörsen (20 bis 40%). Die Erwachsenen ab 35 beteiligen sich überproportional an Diskussionsforen (35%) und Blogs (10%).

2018 werden der Studie zufolge Medienunternehmen nur noch kaum mit der Generierung neuer Inhalte beschäftigt sein, sondern sie sind zu „Muli-Channel-Content-Händlern“ geworden, die ihren Input von Usern und Organisationen beziehen. Das hat Folgen für die Anfoderungen an die Unternehmenskommunikation:

  • Offline-Kommunikation muss Verlängerung im Internet finden
  • Konzentration auf strategische Net-Projekte
  • Kundekommunikation muss sich an nachhaltiger PR-Logik (Offenheiten, Partizipation) orientieren statt an engen Marketingvorgaben
  • Jeder Mitarbeiter wird zum Kommuikator für sein Unternehmen, nicht nur wenige PR-Spezialisten
  • Unternehmen werden bei der Markenbildung Kontrollmöglichkeiten aufgeben
  • Institutionalisierung von Lernprozessen
  • Kommunikationskampagnen werden internet-zentriert geplant, benötigen aber Resonanzraum in den Offline-Medien
  • Es wird exklusiver sein, Kunden kostenlose, hochwertig gemachte Zeitschriften und Zeitungen regelmäßig zur Verfügung zu stellen
  • Unternehmenskulturen werden sich ändern: Partizipation, Transparenz, Gleichwertigkeit und Kontrollreduktion werden sich durchsetzen
  • Das partiell durchlässige Intranet ist der Schlüssel für Erfolgschancen in der externen Welt

Quelle: Lothar Rolke  Johanna Höhn: Mediennutzung in der Webgesellschaft 2018: Wie das Internet das Kommunikationsverhalten von Unternehmen, Konsumenten und Medien verändern wird. Norderstedt 2008.

Kontakt:  Prof. Dr. Lothar Rolke, FH Mainz – University of Applied Sciences. E-Mail-Adresse: info [AT] rolke.biz.


Mangelnde Naivität bei deutschen Web-Gründern?

September 20, 2009

Martin Weigert geht bei netzwertig.com in einem lesenswerten Artikel der Frage nach, weshalb viele deutsche Internet Start-ups auf internationaler Ebene häufig keinen Erfolg haben. Seine interessante These: Es fehlt deutschen Gründern an Leichtgläubigkeit, Experimentierfreudigkeit und Zukunftsglaube.

Quelle: netzwertig.com


Medientage München 2009

August 15, 2009

Medientage München: Unter dem Motto „MUT – Medien und Transformation“ referieren und diskutieren vom 28. bis 30. Oktober rund 600 Medienexperten in 90 Panels. Die komplette Programmübersicht der 23. Medientage München ist auf www.medientage.de veröffentlicht. Die Keynote wird von Prof. Jeff Jarvis gehalten, dem Autor des Buches „What would Google do?“.

Der Besuch der begleitenden Medienmesse ist kostenfrei. Schwerpunkte und Topthemen des Medienmesse in 2009 sind: CRM, DAB, Digital Entertainment, Digitalradio, Distribution, DVB, HDTV, Interactive Media, IPTV, Mehrwertdienste, Mobile Media, Online Services, Payment-Systeme, Produktion, Streaming, Triple-Play und Video-on-Demand.


Don Tapscott: Rebuilding the World

Juli 26, 2009

Im stets aktuellen und informativen Blog von Hugo E. Martin wurde auf  die Keynote von Don Tapscott aufmerksam gemacht, welche er während des VINT Symposium 2009 “Fast Forward”  gehalten hat.  Don Tapscott ist unter anderem der Co-Autor von Wikinomics.

In seinem bemerksenwerten Vortrag geht es um die Wirtschaftskrise, darüber das Innovationen wie YouTube und Twitter nicht von großen Medienunternehmen kommen, den verzweifelten Überlebenskampf vieler Tageszeitungen,  die demographischen Probleme von Industrieländern & ihren Unternehmen, Web 2.0, Digital Natives, Veränderungen im Gesundsheits- und Bildungssystem usw. Er greift auch viele Thesen seiner bisherigen Bücher nochmals auf. Ein bemerkenswerter Vortrag, der viele Anregungen für das Business liefert.

Das komplette Video der Keynode hat Sander Duivestein auf Vimeo veröffentlicht: http://vimeo.com/5727784

Hier sind die passenden Slides zum Video:


Digital Natives, die Web-Eingeborenen

Juli 19, 2009

Digital Natives sind Personen, die mit Social Media, Blogs und Wikis groß geworden sind und die vielseitigen Möglichkeiten des World Wide Web selbstverständlich wie eine Muttersprache nutzen. Ein sehr guter Artikel des Beratungsunternehmens Z_Punkt beschreibt die Unterschiede zu den vorhergehenden Generationen und wie Unternehmen darauf regieren müssen: zum Artikel bei Z_Punkt.