Deutscher Medienkongress 2010

Dezember 12, 2009

Deutscher Medienkongress 2010: Die Veranstalter bezeichnen ihn selbst als „Kick-off-Jahreskongress“ für die Werbe- und Medienbranche in Deutschland.  Das Motto der Veranstaltung, die im Congress Center der Messe Frankfurt stattfindet, lautet „The Future of Media – Was wird die Kommunikation von morgen prägen?“. Begleitend findet die Kongressmesse Best Media 2010″ stand, auf der Dienstleister, Vermarkter und Partner der Werbetreibenden Neuheiten, Produkte und Vermarktungsmodelle der veschiedenen Mediengattungen vorstellen.

Zu den Referenten gehören u.a.: Thomas-B. Quaas, Beiersdorf; Gerhard Berssenbrügge, Nestlé Deutschland; Thorsten Dirks, E-Plus Gruppe; Thomas Ebeling, ProSiebenSat.1 Media; Christian Nienhaus, WAZ Mediengruppe; Dr. Stefan Groß-Selbeck, XING; Nikolaus Brender, ZDF; Norman Pearlstine, Bloomberg L.P.

Der Kongress am 19. und 20. Januar 2010 besteht aus acht zentralen Modulen:

Part 1: Wie sehen Entscheider die Zukunft der Kommunikation?

Part 2: TV – Wachstumstreiber Digitalisierung

Diskussionsrunde: Das Fernsehen der Zukunft – Der Kampf um das Wohnzimmmer hat begonnen!

  • Was erwarten die Werbekunden zukünftig von TV?
  • Bleibt TV weiterhin Lead-Medium für die Markenkommunikation?
  • Was bietet TV 2010-2015 an Innovationen?
  • TV goes online: Strategien klassischer Fernsehanbieter im Netz
  • Interaktives Fernsehen ITV, Mobile TV, Bewegtbild – die „neuen Hoffnungsträger“
  • Wie wird die Zusammenarbeit zwischen den Markt-Playern – TV-Vermarkter, Werbetreibende und Mediaagenturen – 2010-2015 aussehen?

Part 3: Print – auf dem Weg zu neuen Ufern

Part 4: Digial Media – Ready for the next digital revolution?

Diskussionsrunde: Social Media und Targeting – die großen Wachstumstreiber

  • Was sind die digitalten Innovationen 2010-2015?
  • Wird Online zum neuen Leitmedium in der Markenkommunikation?
  • Wer ist Gewinner, wer Verlierer im digitalen Konsolidierungsprozess?
  • Was bedeutet Social Media für die digitale Kommunikation von mogen? Verdrängen Social Media Aktivitäten die klassischen Online Werbeformen?
  • Traumpaar Online Marketing und Mobile – wie funktioniert das Zusammenspiel zwischen digitalen Kanälen?
  • Targeting und Performance Marketing als die digtalen Hoffnungsträger der Zukunft

Referenten werden sein:
Dr. Tobias Nickel, Leiter BMW Marketingkommunikation, BMW AG
Dr. Clemens Riedl, Geschäftsführer, StudiVZ
Ulrich Kramer, Gründer und CEO, Pilot Group
Marco Seiler, CEO, Syzygy Group
Terry von Bibra, Geschäftsführer, Yahoo! Deutschland; Vice President Advertising Marketplaces, Yahoo! Europe!
Frank Bacher, Geschäftsführer Marketing & Sales, Interactice CCSP GmbH
Matthias Ehrlich, Vorstand, United Internet Media AG
Marianne Stroehmann, Geschäftsführerin Advertising, AOL Deutschland Medien GmbH

Part 5: Mobile – The next big thing

Diskussionsrunde: „Mobile“ vor dem Durchbruch? Was sind die Zukunfts- und Vermarktungstrends mobiler Medien?

  • Ist Mobile auf dem Weg zum neuen Trendmedium?
  • Welchen Einfluss hat Mobile auf die anderen Medien?
  • Mobile Web vs. Mobile App – wohin geht der Trend?
  • Was muss Mobile leisten, um eine feste Rolle im Media-Mix zu erhalten?
  • Kann Mobile traditionelle Medien retten?
  • Was bedeutet „Made for Mobile“ für die Strategie von Marken und Medienhäusern?

Part 6: Bewegtbild und Web-TV – Die neuen digitalen Hoffnungsträger

Diskussionsrunde: Bewegtild auf dem Vormasch! Zukunft- und Vermarktungstrends

  • Welche Möglichkeiten bietet Bewegtbild-Werbung für die Markenkommunikation?
  • Wie lassen sich Marken im Netz inszenieren?
  • Wie kann man mit bewegten Bildern im Netz den Markenwert steigern und Geld verdienen?
  • Welche  Werbeformen sind für welche Marken am meisten geeignet?
  • Wo liegt die Zukunft dieses „neuen“ Werbetools?

Part 7: Radio – die mobile Revolution eines Klassikers

Part 8: Out-of-Home goes Digital

Weitere Informationen auf www.deutscher-medienkongress.de

***** Hier klicken, um News von DigitalStrategyBlog.com kostenfrei per E-Mail zu erhalten *****


Telekommunikations- und Medienunternehmen auf dem Prüfstand

November 14, 2009

Telekommunikations- und Medienunternehmen auf dem Prüfstand war die Unterzeile des Panels „Bist Du nur populär oder verdienst du schon“, das am 29.10.2009 während der Medientage München statt fand.  Das Panel wurde von Oliver Wyman ausgerichtet.

Dr. Ulrich Schmitz, Medientage München 2009

Einführung:
Daniel Milleg, Partner Oliver Wyman, München

Podiumsdiskussion:
Dr. Rainer Deutschmann, Senior Vice President Mobile Products, Products & Innovation, Deutsche Telekom, Bonn
Dr. Martin Enderle, CEO Scout24, München
Sönke Martens, Director Corporate Development, XING, Hamburg
Dr. Ulrich Schmitz, Leiter New Business/Technology, Elektronische Medien, Axel Springer, Berlin
Konstantin Urban, Managing Director Holtzbrinck Ventures, München

Moderation:
Michael Geffken, Autor & Leiter Journalistenfortbildung, VDZ Zeitschriftenakademie, Potsdam

Zentrale Punkte:
Daniel Milleg von Oliver Wyman zeigte in seiner sehr guten Präsentation und gelungen Einführung unter anderem Stärken und Herausforderungen von Telekommunikationsanbietern, Medienhäusern, Endgeräteherstellern und Sozialen Netzwerken & Online Portalen.

Die Herausforderung bei Telekommunikationabietern bestehe beispielsweise in effizienter Kundenbindung. Die bisherige Kundenbasis der Telekommunikationsunternehmen könne jedoch schon gut monetarisiert werden. Die Medienhäuser haben mit sinkendem Print- und Anzeigengeschäft zu kämpfen, haben jedoch den Vorteil, das sie Kundenzugang und exklusive Inhalte besitzen. Das Problem der Endgerätehersteller sei, das viele Geräte austauschbar sind. Die Sozialen Netzwerke & Online Portale sind zwar populär, sie haben jedoch oft erhebliche Herausforderungen bei der Monetarisierung.

Für die nachfolgende Podiumsdiskussion sah Daniel Milleg drei entscheidende Fragebereiche:

1. Szenarien für die Popularitätsentwicklung
2. Hebel für die Generierung von Umsätzen durch Popularität
3. Potential innerhalb der Wertschöpfungskette für weitere Player

Kooperationen und Partnerschaften halten die meisten Beteiligten für wichtig,u.a. auch Dr. Rainer Deutschmann. Eine wichtige Ausnahme ist Konstantin Urban, er hält dieses Thema für nicht ganz so wichtig.

Dr. Martin Enderle  erläuterte das der Wert eines Netzwerkes mit jedem weiteren Mitglied steigt. Der Fachbegriff dafür lautet übrigens „Netzwerteffekt„, eine in der Betriebswirtschaft  bekannte und gut analysierte Erkenntnis.

Dr. Ulrich Schmitz ist der Meinung es nie leichter war als heute ein StartUp zu gründen – dank Facebook & Co.

Sönke Martens erläuterte zum Panel-Thema „Bist du nur populär oder verdienst du schon“, das XING schon Geld verdient habe bevor man populär war – man habe bereits sehr früh positiven Cash-flow gehabt. Kooperationen stiften seines Erachtens dann Sinn, wenn dadurch ein User-Benefit geschafften wird. Zudem hält er die Triebkraft Ego in Social Networks für sehr wichtig.

***** Hier klicken, um News von DigitalStrategyBlog.com kostenfrei per E-Mail zu erhalten *****

Feeback zum Artikel gerne über die Kommentarfunktion oder direkt an „mail [ AT ] markus – caspari.de“.


Paid Content: Wunsch oder Wirklichkeit?

November 1, 2009

Paid Content: Wunsch oder Wirklichkeit? So lautete ein spannendes Internet-Panel während der Medientage München am 29.10.2009.

Einführung:
Christian Koepe, Vertriebsleiter Medienlösungen Deutschland, Siemens, München

Podiumsdiskussion:
Michael Brehm, Gründer studiVZ, Berlin
Dr. Holger Feist, Director Business Development, Hubert Burda Media, München
Harald Greiner, Director Business Development Media, Siemens, München
Markus Härtenstein, Leiter Product Management & Programming, maxdome, ProSiebenSat.1 Group, Unterföhring
Stephan Roppel, Leiter Unternehmensentwicklung Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Geschäftsführer Holtzbrinck Digital, München

Moderation:
Prof. Dr. Dr. Claudius Schikora, Professor für Medienmanagement, Vertrieb und Marketing, Fachhochschule für angewandtes Management, Erding

Zentrale Punkte der Podiumsdiskussion:
Michael Brehm vertrat während der Diskussion den Standpunkt, dass Paid Content eine große Zukunft hat. Seines Erachtens wird Paid Content aber in anderen Bereichen realisiert werden, als in den Bereichen für die das meistens diskutiert werde, d.h. nicht bei den Online-Ablegern von Zeitungen.
Er nannte als erfolgsversprechendes Stichwort sogenannten „User generated Paid Content.“ Er geht auch darauf ein, weshalb die meisten Online-Startups immer noch in den USA gegründet werden. Eine Ursache dafür sieht er darin, dass es dort immer noch mehr Risikokapital gibt und es dadurch schlicht und einfach höhere Chancen gibt, Treffer zu landen. Die weitere Erklärung ist ebenso einfach: der Markt ist größer, dadurch wird schneller eine kritische Größe erreicht, die für viele Online-Geschäftsmodelle notwendig ist.
In Deutschland werde zudem oft nach Vorbildern gefragt, bevor etwas umgesetzt würde. Gibt es kein Vorbild, gibt es auch oft keine Unterstützung oder kein Venture Capital. Manchmal ist es besonders kurios, wie bei dem Beispiel Qype, das Michael Brehm nannte: Erst nachdem Qype von einem Unternehmen aus den USA kopiert wurde, stellte sich demnach die Unterstützung und damit der Erfolg hier in Deutschland ein. Die „Copycat“ lief hier also einmal in die andere Richtung.

Harald Greiner ist der Meinung das Paid Content inbesondere im Bereich sehr spezieller Zielgruppen funktioniert, z.B. im B2B-Bereich.
Anmerkung Markus Caspari: Vermutlich meint er hier Business Information Geschäftsmodelle, siehe auch Blogeintrag zum Thema Business Information und den Ambitionen von Dr. Bernd Buchholz auf BusinessMediaBlog.com. Oder Harald Greiner bezieht das weniger auf B2B, sondern vielmehr auf das Thema Science.

Christian Koepe hält Micro-Payments für eine notwendige Voraussetzung für Paid Content im News-Bereich.  Bei der Abrechnung von Paid Content über Telekommunikationsprovider sieht er die Gefahr, das diese sich der Inhalte bemächtigen.

Stephan Roppel hält die Einfachheit der Abrechnung von Paid Content für zentral.

Dr. Holger Feist ist der Meinung, das das oft andiskutierte Spendenmodell des Journalismus nicht funktionieren wird – erst Recht nicht in Deutschland, da hier eine andere Spendenbereitschaft vorherrscht als in den USA, wo der Charity-Gedanke ohnehin weit verbreitet ist. Er definiert während der Diskussion die Voraussetzungen für „Killer-Content“ und greift dazu eine Formulierung von Peter Kerckhoff auf: „3S“ -Spielfilme, Sport & Sex. Stephan Roppel ergänzt um ein viertes „S“, nämlich „Science“.  Michael Brehm baut das ganze mit „Spielen“ + „Shoppen“ aus. Ein Zuschauer nannte dann schließlich noch „Schule“ und meinte damit Lerninhalte  und damit das siebte „S“.

Die „7S-Regel für Paid Content“ lautet demnach: Spielfilme, Sport, Sex, Science, Spiele, Shoppen und Schule. Das sind Inhalte die sehr gut „funktionieren“ und somit Paid Content ermöglichen können.

Quelle: Paid Content: Wunsch oder Wirklichkeit, Medientage München, Panel 4.4, Raum 14c, 1. OG, 29.10.2009, 14:00 bis 15:30 Uhr

Persönliche Anmerkungen:
Markus Caspari: Die Erfolgsvoraussetzungen für Paid Content habe ich bereits im Juni 2008 definiert – siehe Blogeintrag. Das gleiche gilt für Paid Content im B2B-Bereich (Eintrag vom Juli 2009).

Zu den Stichworten „User generated Paid Content“ und „spezielle Zielgruppen“ möchte ich folgendes anmerken:  Bereits seit deutlich mehr als einem halben Jahrzehnt praktiziert das B2B Internet-Unternehmen Emporis (bei dem ich u.a. auch Teil des operativen Unternehmerteams war) unter anderem auch „User generated Paid Content“ im B2B-Umfeld. Zu den Zielgruppen gehören inbesondere Fachleute und -unternehmen aus der internationalen Bau- und Immobilienbranche, d.h. hier handelt es sich unter anderem um eine Verbindung der Vorteile von „Business Information“ mit den Vorteilen von „Web 2.o“.

***** Hier klicken, um News von DigitalStrategyBlog.com kostenfrei per E-Mail zu erhalten *****

Feeback zum Artikel gerne über die Kommentarfunktion oder direkt an „mail [ AT ] markus – caspari.de“.


Augmented Reality: Enormes Potential für Paid Content Geschäftsmodelle

Oktober 25, 2009

Augmented Reality wird die Medienwelt nachhaltig verändern. Augmented Reality eröffnet zahlreiche Paid Content Geschäftsmodelle, an die vor einigen Jahren noch niemand gedacht hat. Gerade durch die Verbindung mit dem Mobiltelefon, bei dem die Nutzer erfahrungsgemäß ohnehin eine deutlich höhere Zahlungsbereitschaft für konkrete Mehrwerte aufweisen als bei „herkömmlichen“ Internetapplikationen, eröffnen sich dadurch in meinen Augen gerade  für viele Medienunternehmen in den B2C-Märkten grandiose Möglichkeiten zur Schaffung neuer Geschäftsmodelle und zur Umsatzgenerierung.

Ich habe ganz konkrete Ideen (die ich hier nicht öffentlich im Detail verbreiten werde) wie insbesondere Consumer Medien neue, skalierbare Geschäftsmodelle auf Basis von Augmented Reality aufsetzen könnten. Natürlich gibt es auch im B2B-Bereich mögliche Ansätze. Für die meisten Medieninhalte besteht seitens der Nutzer keine oder nur eine geringe Zahlungsbereitschaft. Denn durch das Internet sind die meisten Inhalte ubiquitär und oft durch kostenfreie Inhalte substituierbar.

Durch die konkrete „just in time“ Anwendung in Verbindung mit Augmented Reality können bestimmte Medieninhalte aber einen erheblichen Mehrwert für den einzelnen Anwender darstellen. Denn jeder weiß, dass in einem anderen Umfeld ein und die gleiche Ware plötzlich deutlich mehr Wert sein kann.  Beispiel: Für ein Bier im Restaurant ist man bereit ein Vielfaches des eigentliches Wertes zu bezahlen. Im Supermarkt wäre die Zahlungsbereitschaft für das gleiche Bier deutlich geringer. Menschen zahlen für ein und das gleiche Produkt in unterschiedlichen Situationen sehr unterschiedliche Preise – das ist jedem BWLer bekannt. Diesen Umstand können sich Medienunternehmen mit Hilfe von Augmented Reality Applications nutzbar machen, um bestehende und künftige Inhalte besser zu monetarisieren.

Nachfolgend drei examplarische Videos, die das gewaltige Potential von Augmented Reality verdeutlichen und die mich unglaublich beeindruckt haben, als ich sie das erste mal angesehen habe.

Video über eine Application auf Basis von Augmented Reality und wie der Alltag dadurch beinflusst werden könnte:

Video von Layar das ein mögliches Anwendungsbeispiel für den Immobilienmarkt zeigt:

Video von TAT zum Social & Business Networking:

Weiterführende Informationen im Spezialblog zu Augmented Reality.

Feeback zum Artikel gerne über die Kommentarfunktion oder direkt an „mail [ AT ] markus – caspari. de“.

***** Hier klicken, um News von DigitalStrategyBlog.com kostenfrei per E-Mail zu erhalten *****


IPTV-Studie beleuchtet Erfolgsfaktoren

Oktober 24, 2009

IPTV & Erfolgsfaktoren: goetzpartners hat im Dezember 2008 eine Studie zu IPTV veröffentlicht. Die Untersuchung beginnt mit IPTV-Grundlagen, analysiert die IPTV-Märkte in Deutschland und nennt Unterschiede zum internationalen Umfeld. Außerdem werden IPTV-Technologien, Vertrieb und Marketing ausführlich analysiert. Schließlich werden fünf Erfolgsfaktoren herausgearbeitet:

  • Anbieter müssen in den Netzausbau investieren. IPTV erfordert heute noch Internetanschlüsse mit einer Bandbreite von mehr als 6 Mbit/s für Fernsehen in HD-Qualität. Je höher die bereitgestellte Bandbreite, desto attraktiver das Angebot.
  • Die Anbieter müssen IPTV als „Marke“ etablieren. Nur starke Marken werden Erfolg haben.
  • IPTV muss  in Form von interaktiven und individualisierbaren Angeboten attraktiven Mehrwert bieten.
  • Einen attraktiven Preis, für den der Werbemarkt einen erheblichen Beitrag leisten kann
  • Benutzerfreundlichkeit und Einfachheit

Aus den Erfolgsfaktoren werden dann sehr ausführlich die verschiedenen Handlungsoptionen herausgearbeitet. Sehr gelungen sind Schaubilder zu der IPTV-Wertschöpfungektte und die Übersicht über IPTV-Geschäftsmodelle.

Autoren (alle goetzpartners): Dr. Alexander Henschel (Managing Director), Marcus Worbs (Manager), Susanne Kindler (Senior Consultant), Kathrin Koch (Consultant), Florian Kramer (Associate Consultant).

Am 29.10.2009 findet während dem Kongress auf den Medientagen in München ein Panel zum Thema „PayTV und VoD in Deutschland -Warten auf Godot?“ statt, das sich damit beschäftigt inwiefern die Marktteilnehmer mit ihren Geschäftsmodellen dem veränderten Nutzerverhalten Rechnung tragen müssen.

Quelle: Studie von goetzpartners: IPTV – Ein Flop auf dem Weg zum Durchbruch?


Profitabilität von IPTV-Geschäftsmodellen

Oktober 18, 2009

Profitabilität von IPTV-Geschäftsmodellen: IPTV-Plattformen werden heute vor allem durch die großen nationalen Breitband-Anbieter wie Deutsche Telekom, Swisscom oder Telekom Austria betrieben. Der eigenständige Aufbau und Betrieb einer IPTV-Plattform kann sich nach Goldmedia-Analysen ab rund 2,5 Millionen Breitbandkunden rechnen. TV-Dienste allein genügen jedoch nicht, damit IPTV für Telekommunikationsanbieter zu einem wirtschaftlich attraktiven Geschäftsmodell wird. Selbst für große Netzbetreiber lohnt sich IPTV häufig erst, wenn man die Gesamteffekte durch Kundenbindung und Kundenwachstum mit hinein rechnet. Entscheidendes Erfolgskriterium für IPTV ist ein Höchstmaß an Qualität. Technische Kinderkrankheiten und Probleme bei der Bedienbarkeit können ganz schnell das Gegenteil bewirken und zu einer verstärkten Kundenabwanderung führen.

2009_10_18_Grafik_EBIT_IPTV_Plattform

Ohne Kundenwachstum und Neukundengewinn bleibt IPTV auch bei den großen Telekommunikationsunternehmen ein Zuschussgeschäft.  Für kleinere Unternehmen kann sich IPTV jedoch ebenfalls lohnen, wenn man bestehende Angebote weitervermarktet. Dieses sogenannte Resellingmodell ist bereits ab etwa 250.000 Breitband-Kunden umsetzbar. Derartige Angebote sind jedoch in der Region D-A-CH bisher kaum verbreitet. Lediglich in der Schweiz gibt es entsprechende Beispiele. Möglich sind sie hier durch kompatiblere Urheberrechtsbestimmungen.

Goldmedia geht in seinen Prognosen davon aus, dass im Jahr 2014 rund drei Millionen deutsche Haushalte Fernsehen über das Internetprotokoll beziehen werden.

Die komplette Studie in deutscher Sprache ist für 590 EUR zzgl. MwSt als PDF erhältlich und enthält 40 Powerpoint-Charts inkl. zahlreicher Grafiken. Sie kann per E-Mail bei katrin.penzel [AT] goldmedia.de bezogen werden.

Quellen: Goldmedia Studie “IPTV 2014. Geschäftsmodelle und Prognosen für IPTV-Plattformen in Deutschland, Österreich und der Schweiz”, Autoren: Mathias Birkel, Dr. Klaus Goldhammer, Michael Schmid, Dr. André Wiegand. Außerdem Artikel „Hybrid TV und IPTV: Kontrahenten oder Teamplayer?“ im Goldmedia-Blog.


Paid Content: Statistik zur Zahlungsbereitschaft

Oktober 11, 2009

Der Webmonitor von BITKOM und Forsa hat ergeben, dass nur 16 Prozent der deutschen Internetnutzer grundsätzlich bereit sind, für Online-Artikel zu zahlen.  Nach Angaben von BITKOM-Vizepräsident Achim Berg gibt es bislang kaum eine Zahlungsbereitschaft für Nachrichten, Berichte und Reportagen im Internet. Die Anbieter seien gefordert, mit intelligenten Geschäftsmodellen dazu beizutragen, dass auch im Internet nach und nach eine Bezahl-Kultur heranwächst.

Derzeit finanzieren sich die Nachrichtenportale im Internet vor allem über Werbung. In den vergangenen Jahren sind diese Einnahmen stark gestiegen. Nach Prognosen von BITKOM wird der Online-Werbemarkt dieses Jahr erstmals die Marke von 1,5 Milliarden Euro überschreiten.

Eine Zahlungsbereitschaft unter den höher Gebildeten ist bereits heute teilweise vorhanden. Während unter den Bundesbürgern mit Hauptschulabschluss lediglich fünf Prozent bereit sind, für Artikel im Internet zu bezahlen, ist es jeder vierte mit Abitur (27 Prozent). Ebenfalls überdurchschnittlich aufgeschlossen sind die 18- bis 29-Jährigen. Fast jeder Fünfte (19 Prozent) dieser Altersgruppe würde für journalistisch aufbereitete Artikel im Internet zahlen.  Für viele Unter-30-Jährige ist das Zahlen von Kleinbeträgen im Internet nichts ungewöhnliches. Sie downloaden schon jetzt kostenpflichtige Musik oder Applikations für Mobiltelefone, MP3-Player oder PCs.

Entscheidend für die Attraktivität der Bezahl-Angebote sind angemessene Preise. Die Grenze liegt bei 1 Euro, wie der WebMonitor belegt: Bis zu 10 Cent pro Artikel würden 93 Prozent der grundsätzlich Zahlungsbereiten ausgeben, bis zu 1 Euro ist es immerhin noch mehr als jeder Zweite (56 Prozent). Bei höheren Preisen finden sich kaum noch Zahlungswillige.

Klassische Medienunternehmen erzielen heute den Großteil ihrer Verkaufserlöse mit Abonnements. Dieses Geschäftsmodell lässt sich allerdings nicht ohne weiteres aus der realen Welt ins Internet übertragen, wie die Befragung zeigt. Jeder achte Internetnutzer (12 Prozent) akzeptiert den kostenpflichtigen Einzelabruf von Artikeln bzw. Dossoers. Eine Journalismus-Flatrate, also das regelmäßige Überweisen einer monatlichen Pauschale, würden hingegen nur 4 Prozent nutzen wollen. Lediglich für eine sehr kleine Gruppe kommen beide Bezahlvarianten infrage.

Quelle: BITKOM


Paid Content & Schweinezyklus

Oktober 8, 2009

Der spanische Journalistikdozent Ramón Salaverría vergleicht das Bruttoinlandsprodukt westlicher Länder mit den Paid Content Initiativen seit 1996 und formuliert damit ein Gesetz der Bezahlinhalte: „Die Zahl der Initiativen, um Bezahlinhalte in digitalen Medien zu installieren, ist umgekehrt proportional zur Entwicklung des BIP in den westlichen Ländern.“ (Übersetzungs ins Deutsche von Thorsten Breustedt). Dieser Verlauf erinnert an den Schweinezyklus.

Quellen: Blog STADTBOTE von Uwe Sander & Blog Thorstena von Thorsten Breustedt


Strategische Handlungsoptionen in konvergierenden Medienmärkten

Oktober 1, 2009

Die Studie „Finanziellen Spielraum aktiv nutzen – Zeitungs- und Zeitschriftenverlage in konvergierenden Medienmärkten“ von Deloitte zeigt strategische Handlungsoptionen in konvergierenden Medienmärkten. Für die Untersuchung wurden von Dr. Heinrich H. Förster, Christian M. Rhode und Jan-Christoph Gräßer insgesamt 15 deutsche Verlagshäuser, 36 internationale börsennotierte Zeitungs- und Zeitschriftenverlage sowie 13 Medienkonglomerate analysiert.

Das traditionelle Geschäftsmodell der Verlage ist zwar gefährdet. Doch  aktuell lässt der (noch) vorhandene finanzielle Spielraum den Verlagen einige Bewegungsfreiheit, um dem Abwärtstrend aktiv gegenzusteuern. Die finanzielle Situation wurde in einem umfangreichen Financial Benchmark untersucht.

Deloitte hat sechs strategische Handlungsoptionen identifiziert: aktive Konsolidierung, Diversifikation, Internationalisierung, Fokussierung auf Nischenmärkte, geordneter Rückzug und Desinvestition.

Es bieten sich folgende strategische Handlungsoptionen für die Medienunternehmen:

  • Aktive Konsolidierung – mit dem Ziel einer Markt- und Kostenführerschaft im Printgeschäft
  • Diversifikation zu einem integrierten Medienkonzern – mit dem Ziel, digitale Wachstumsmärkte zu erschließen und Synergien zu schaffen
  • Internationalisierung – mit dem Ziel, außerhalb des gesättigten deutschen Marktes zu wachsen
  • Fokussierung auf Nischenmärkte – mit dem Ziel, spezielle Informations- und Unterhaltungsbedürfnisse abzudecken
  • Geordneter Rückzug – mit dem Ziel, loyale und zahlungsbereite Leser zu halten, um den Free Cashflow zu optimieren
  • Desinvestition – mit dem Ziel, über einen kurzfristigen Marktaustritt den maximalen Verkaufserlös zu erzielen

In der Studie werden auch die bereits eingeleiteten Maßnahmen untersucht, wie z.B. die verstärkten M&A Aktivitäten der vergangenen Jahre, bei denen folgende Motive im Vordergrund standen:

  • Konsolidierung und Internationalisierung des traditionellen Zeitungs- und Zeitschriftengeschäfts
  • Ausbau des Onlineangebots zur Stärkung der Präsenz im Wachstumsmarkt Internet
  • Horizontale und vertikale Diversifikation des traditionellen Geschäftsmodells in neue Geschäftsfelder der medialen Wertschöpfungskette

Quelle: Deloitte-Studie: „Finanziellen Spielraum aktiv nutzen – Zeitungs- und Zeitschriftenverlage in konvergierenden Medienmärkten“


Mediennutzung in der Webgesellschaft 2018 – eine Trendstudie

September 27, 2009

Mediennutzung in der Webgesellschaft 2018 lautet die Trendstudie von Prof. Dr. Lothar Rolke und Johanna Höhn von der FH Mainz – University of Applied Sciences. Die Autoren vergleichen unter anderem das Medienverhalten von 15- bis 19jährigen (Schüler), 20- bis 25jährigen (Studenten) und der 35- bis 50jährigen Erwachsenen.

Demnach verlieren Tageszeitungen bis 2018 ca. 30% ihrer Leserschaft. Interessante Unterschiede gibt es bei den drei Altersklassen insbesondere bei den Social Web Angeboten. Studenten nutzen überproportional Social Communities (30%) und die 15- bis 19jährigen nutzen stärker Foto- und Video-Tauschbörsen (20 bis 40%). Die Erwachsenen ab 35 beteiligen sich überproportional an Diskussionsforen (35%) und Blogs (10%).

2018 werden der Studie zufolge Medienunternehmen nur noch kaum mit der Generierung neuer Inhalte beschäftigt sein, sondern sie sind zu „Muli-Channel-Content-Händlern“ geworden, die ihren Input von Usern und Organisationen beziehen. Das hat Folgen für die Anfoderungen an die Unternehmenskommunikation:

  • Offline-Kommunikation muss Verlängerung im Internet finden
  • Konzentration auf strategische Net-Projekte
  • Kundekommunikation muss sich an nachhaltiger PR-Logik (Offenheiten, Partizipation) orientieren statt an engen Marketingvorgaben
  • Jeder Mitarbeiter wird zum Kommuikator für sein Unternehmen, nicht nur wenige PR-Spezialisten
  • Unternehmen werden bei der Markenbildung Kontrollmöglichkeiten aufgeben
  • Institutionalisierung von Lernprozessen
  • Kommunikationskampagnen werden internet-zentriert geplant, benötigen aber Resonanzraum in den Offline-Medien
  • Es wird exklusiver sein, Kunden kostenlose, hochwertig gemachte Zeitschriften und Zeitungen regelmäßig zur Verfügung zu stellen
  • Unternehmenskulturen werden sich ändern: Partizipation, Transparenz, Gleichwertigkeit und Kontrollreduktion werden sich durchsetzen
  • Das partiell durchlässige Intranet ist der Schlüssel für Erfolgschancen in der externen Welt

Quelle: Lothar Rolke  Johanna Höhn: Mediennutzung in der Webgesellschaft 2018: Wie das Internet das Kommunikationsverhalten von Unternehmen, Konsumenten und Medien verändern wird. Norderstedt 2008.

Kontakt:  Prof. Dr. Lothar Rolke, FH Mainz – University of Applied Sciences. E-Mail-Adresse: info [AT] rolke.biz.